Mut zur Innovation

Was heute noch Wirklichkeit ist, kann morgen schon wie ein Märchen klingen. Hier ist die Wirklichkeit von vorgestern: Es gibt noch kein Privatfernsehen. Es gibt nur die ARD und ihre angeschlossenen Anstalten. Man produziert innovatives Fernsehen. Science Fiction ist als Genre erschlossen. Dank heute unvorstellbarer Kreativität fegen Serien die Straßen leer. Eine dieser Serien ist Raumpatrouille, winziger Teil eines gigantischen Unterhaltungsapparats, der die Deutschen vor Langeweile am Feierabend schützt. Begleiten wir die ARD und ihre Programmdirektoren bei ihrem Bildungsauftrag am Rande der Banalität.

Als 1966 die ersten Folgen des Fernsehklassikers Raumschiff Enterprise (aka Star Trek) im amerikanischen Fernsehen anliefen, war die Serie Raumpatrouille, deren Vorspann ich oben verballhornt habe, bereits im Auftrag des WDR fertig produziert. Wenn heute überhaupt noch etwas von der ARD produziert wird, dann so riskante Projekte wie Rosamunde Pilcher, Donna Leon oder Rommel.

Bis vergangenen Freitag kannte ich von Raumpatrouille nur die tolle Musik. Aufgrund eines sachdienlichen Hinweises habe ich dann angefangen, mir bei YouTube ganze Folgen der Serie anzusehen. Und dieser, ähm, Prozess ist nunmehr abgeschlossen. Es sind ja auch nur sieben Folgen zu je 60 Minuten. Mein Fazit ist ganz klar: Muss man gesehen haben. Alleine für den Mut, den die Macher damals hatten.

Einige Beobachtungen dazu:

Matthias Büchse am 5. Dezember 2012

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