Mabü and the City

Bekanntermaßen leben die wirklich großen Kulturattraktionen von einer schamlosen Selbstreferentialität und geschickt eingestreuten Einblicken in das Privatleben der Macher. Ebenso bekannt ist, dass das Verweisen auf die glorreiche Vergangenheit – in der Regel nicht ohne Verklärung – ein untrügliches Zeichen für den Niedergang einer solchen Kulturattraktion ist. Dieses Weblog ist – das kann man in aller Bescheidenheit sagen – wirklich anmaßend, und so ist es nur konsequent, dass hier nach denselben Prinzipien verfahren wird.

Ich will nicht lange um den heißen Brei herumschreiben, um mal eine Floskel zu vermeiden. Wie sagt man so schön? Lieber die Hand am Sack als die Katze auf dem Dach. Deswegen lasse ich die Bombe jetzt platzen: Hiermit mache ich einen Artikel meines alten Weblogs wieder für die Allgemeinheit verfügbar. Kawumm!

Ja, genau: Nicht wenige meiner Fans bekommen so ein wohliges warmes Gefühl im Bauch bei dem Gedanken an dieses Weblog, wat da hieß: Mabü and the City. Es bestand von ca. 2005 vor Christus bis zum 17. Februar 2008, und es behandelte alle relevanten Themen außer Mecklenburg-Vorpommern. Es war der Vorreiter auf dem Gebiet nihilistischer Platitüden, und es war sich auch für belangloses geisteswissenschaftliches Blabla nicht zu schade. Kurzum, dieses Blog war stilbildend und tonangebend. Ja, ich scheue mich nicht zu schreiben, dass ohne Mabü and the City heute mein Blog bei weitem nicht die ausgefeilte Balancelosigkeit zwischen Stil und Substanz erreichen könnte, die es – da sage ich Ihnen nichts Neues –, also die es sozusagen quasi praktisch eben halt auch irgendwie total hat. Punkt.

Der Artikel, den ich hier online stelle, stammt aus der dekadenten Spätphase von Mabü and the City, in der sich bildungsbürgerliche Bonmots mit einem Potpourri juveniler Juxereien zu einem regelrechten Reigen von erheblicher Eleganz verbanden. Schade, dass es sich dabei letztlich um eine ephemere Erscheinung handelte.

Bitte klicken Sie auf Watch it!, um das besagte Kleinod in Augenschein nehmen zu können. Watch it!

Matthias Büchse am 26. Oktober 2013

zurück: Was mich bewegt
vor: Gedanken zum Reformationstag

Impressum