Höhenfeuerwerk (und Fußgänger-Pack)

Matthias Büchse am 27. August 2006 in Dresden.

Diese Nacht fand anläßlich des 61. Jahrestages der Bombardierung Dresdens… Ach nein, anläßlich des 800-jährigen Bestehens der Stadt – so war das. Jedenfalls gab es ein großes Feuerwerk – also doch ein bißchen wie 1945. Das Dumme war nur: Diesmal wollten alle hin. Es gab kein Durchkommen.

Die Stadt kündigte für 23 Uhr ein kleines Höhenfeuerwerk an, welches man angeblich von diversen Standorten beiderseits der Elbe aus sehen können sollte. Ich erreichte das Einsatzgebiet ca. 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung. Der Theaterplatz war voll, aber was dann kam, war nicht mehr feierlich: Massenkuscheln. Ich beschloß, es auf der anderen Elbseite zu versuchen. Die Straßenbahngleise auf der Carolabrücke waren nahezu verstopft. Meine 11 schaffte es noch rüber, auf der Gegenfahrbahn standen dagegen einige Wagen mit geöffneten Türen im Stau.

Das Feuerwerk, welches ich mir mit einiger Verspätung endlich in Ruhe vom Neustädter Brückenkopf der Augustusbrücke aus angesehen habe, war nicht schlecht. Der Ton hatte eine merkliche Verzögerung gegenüber dem Bild (Physik läßt grüßen), aber dafür rummste es umso mehr. Es hat mir förmlich die Jacke weggeblasen. Eine Person meinte danach: Den Luftangriff hatten wir, jetzt kommen die Bodentruppen.

Und so war es dann auch. Der Weg nach Hause führte über die Augustusbrücke zurück auf die ursprüngliche Elbseite. Man sollte doch meinen, daß eine 17 Meter breite Brücke, auf der normalerweise vier Fahrspuren plus Fußwege Platz haben, ausreichend dimensioniert ist. Leider ein Irrtum. 'sch hasse die Stadt abgrundtief, und jetz weeß'sch och warum! Nein, das habe ich nicht gedacht, sondern aufgeschnappt.

Irgendwann hatte ich es zur Haltestelle Postplatz geschafft. Plötzlich bekamen es dieselben Assis, die sich eben noch in aller Bequemlichkeit und in voller Rücksichtslosigkeit im Schneckentempo über die öffentlichen Plätze der Stadt geschoben hatten, mit der Angst. Sie könnten es ja nicht nach Hause schaffen. Also quetschten sich alle bis in die letzten Kubikzentimeter der Straßenbahnwagen. Paradox und lächerlich.

Es folgen die Bilder. Für große Ansicht mit Kommentar sowie für bequemes Rumzappen eine Vorschau anklicken.

Übervolle Straßenbahn
Übervolle Straßenbahn

Übervolle Straßenbahn
Übervolle Straßenbahn

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Matthias Büchse